Oberelbe (2005)
Die Elbe zu befahren, macht nicht allein wegen der starken Strömung Spaß. Eine landschaftlich abwechslungsreiche Tour steht KanutInnen auf der Oberelbe bevor.
Desöfteren zieren kleine, verschlafene Ortschaften die Ufer, und auch größere Städte bieten zu jeder Zeit Einkaufsmöglichkeiten, so daß an Proviant gespart werden kann. Ein Zeitmesser an Bord ist aufgrund der Kirchturmuhren ebenso überflüssig, wenn ein Fernrohr dabei ist. Die Landschaft eignet sich hervorragend zum Campen. Und ist mal nur landwirtschaftliche Nutzfläche zu sehen, so hat der Bauer kaum Probleme mit einer Übernachtung auf derselben.
Man findet kaum einen Ort, an dem keine Anglerinnen das Ufer zieren. Die Schifffahrt ist normal und lange nicht nervig, im Gegenteil, sie bietet durch das Wellenspiel, daß aufgrund der Bunen und entstehenden Strömungen immer für Überraschungen sorgt, interessanten Fahrspaß. Daß das Baden in der Elbe möglich ist, zeigt ja schon der alljährlich stattfindende Badetag.
Dabei sollten aber flaches Gewässer oder Bunen-Buchten bevorzugt werden, da die Strömung gefährlich werden kann. Unzählige Wassersportvereine bieten neben einigen Campingplätzen akzeptable bis sehr gute Übernachtungsmöglichkeiten mit Waschgelegenheiten und damit eine gute Alternative zum Wildcamp.
Die Preise sind fantastisch niedrig, so daß auch in den Kneipen an den vielen Gier-Fähren getrost eingekehrt werden kann. Dort ist die Wirtin immer zu einem Plausch bereit, und Trinkwasser kann ebenfalls aufgefüllt werden.
Die Ufer sind nicht immer zum Ausstieg geeignet. Hohe Brennessel-Felder, steile oder steinige Ufer findet man ebenso wie kurze Sandstrände und flache Grasufer. Es lohnt sich, nicht bei der ersten Gelegenheit auszusteigen. Die Wasserschutzpolizei patroulliert täglich und läßt sich gern die korrekte Kennzeichnung der Sportboote zeigen. Dazu gehören der sichtbare Name sowie die Eigentümer-Adresse, einsehbar im Inneren des Bootes.
Insgesamt ist die Elbe bei Weitem nicht so langweilig, wie sie auf Karten scheint und immer eine Reise wert.
Paddelstrecke:
Start bei km 8 (kartografiert)/ Ziel bei km 310 (kartografiert)
Strecke: 302km in 8 Tagen (37,8km/Tag im Mittel)
Start im Elbsandsteingebirge bei Postelwitz, abwechslungsreicher Streckenabschnitt.
Im Dresdner Umfeld sichten wir die vergnüglichen Raddampfer. Aber auch Kreuzfahrtdampfer und tschechische Schlepper kreuzen häufig unseren Kurs.
Nach drei Tagen werden die Ufer platt und eintönig. Ortschaften ziehen unser Interesse auf sich.
Weiden wechseln sich mit Naturschutzgebieten ab.
Alsbald engen Bunen die sich verbreiternde Elbe ein. Sie bieten im Kehrwasser gute Bademöglichkeiten.
In Schönebeck endet unsere Reise.