Loire (2007)
Nach sechs Jahren und der Bewältigung der Dordogne zog uns wieder nach Frankreich, diesmal auf die Loire. Als einen der letzten grossen Flüsse Europas, der für die Schifffrahrt gesperrt und in seinem natürlichen Flusslauf belassen wurde, ist die Loire tückisch und anspruchsvoll für Wasserwanderer. Gerade deshalb bietet sie nahezu grenzenlos Freiheit und Abenteuer mit ihren Inseln, Sandstränden und mittelalterlichen Ortschaften an ihrem Ufer.
Für diesen Fluss lohnt sich die anstrengende und weite Reise nach Frankreich allemal.
Paddelstrecke:
Start bei km 302 (kartografiert)/ Ziel bei km 564 (kartografiert)
Strecke: 262km in 9 Tagen (29,1km/Tag im Mittel)
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Wir starten in einem Seitenarm bei Poilly. Dieser erweist sich schon als Herausforderung: teilweise müssen wir treideln und die Boote durch Betonfragmente und spitze Stahlverstrebungen manövrieren.
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Bei der Wahl des Lagers sollte auf die unendlich grossen Rinderweiden geachtet werden. An vielen Stellen bleibt kaum eine Alternative, sich den Platz mit den Herden zu teilen. Bei der Größe der geschaffenen Lebensräume für diese glücklichen Tiere ist allerdings eine nahe Begegnung mit ihnen sehr unwahrscheinlich.
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Die Steinwurfwehre sind stets bei Ankündigung durch Schaumkronenvom Land aus zu besichtigen. Für ein unbeschadetes Übersetzen gerade mit offenen Kanus ist das Treideln meist die beste Variante. Und auch beim Baden ist gerade im flachen Gewässer der Strömung stets Respekt zu zollen.
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Selbst die ausgewiesenen Bootsgassen sollten vor Ort beurteilt werden. Wir suchten meist alternative Stellen zum Passieren auf, mehr in Sorge um das Boot als um unser Leben.
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Bei La-Charite-Sur-Loire unterschätzen wir eine Wellensequenz unter der Brücke des Ortes und kentern gnadenlos. Der unwegsame Grund mit Pfählen und Bäumen erschwert die Bergung von Boot und Gut. Letztendlich konnten wir das Boot retten, das Gut sammeln wir noch Stunden später von den umliegenden Inseln ein. Ein Teil der Ausrüstung ging verloren, ein Sitz fand sich am nächsten Tag kilometerweit von der Unglücksstelle entfernt vor einer Sandbank wieder an. Beim Lagerfeuer und warmen Met werden diese Erfahrungen zu unvergesslichen Erlebnissen manifestiert.
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Auch Atomkraftwerke zeichnen das Bild der Loire, ein krasser Kontrast zu dem unvergesslichen Naturerlebnis.
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Bei Gien verlassen wir den Fluss und beenden unser Abenteuer nach 9 Tagen.