These shoes are made for walking

Bislang verlaeuft der Winter harmloser als erwartet. Erst nach Weihnachten erreicht die Kaelte Toronto, die Temperaturen schwanken zwischen Null und -17 Grad Celsius und der Schnee sorgt nur kurz fuer Aufregung. Etwas noerdlich hingegen liegt die weisse Pracht ueber Feldnern, Waeldern sowie an der Lakeshore der Georgian Bay. Grund genug, einen Ausflug zu den Blue Mountains zu uebernehmen. Dieser Gebirgszug in der Naehe von Collingwood gehoert zu den beliebtesten Touristengebieten um Toronto. Vor allem dem Wintersport wird hier gefroent, was sowohl Touristenindustrie als auch -fallen auf den Plan der gemeinschaftlichen Partizipierung ruft. Nach nur drei Stunden erreichen wir die Kueste des Huron und sehen uns von Collingwood aus nach ein wenig Natur um. Mit gesundem Spott vorbei an den zahlreich ueberfuellten Skihaengen zieht es uns zu einem Sportzentrum, das Langlaufloipen sowie Schneeschuhwanderwege bietet. Und letzteres wollen, nein muessen wir ausprobieren. Also schnallen wir uns die kunstoffbespannten Aluminiumrahmen in Form eines Bigfoot-Fussabdruckes an die Stiefel und schon gehts los. Die Fortbewegung unterscheidet sich vom Gehen oder Laufen nicht grundsaetzlich, nur der Kraftaufwand im Schnee verringert sich. Schon nach dem ersten Kilometer bricht die Freude aus: was fuer ein Spass. Und so durchkreuzen wir einen der Blue Mountain Waelder und sind tatsaechlich nahezu allein. Die hoechste Haengebruecke Ontarios bietet uns einen tollen Ausblick ueber die Bucht. Um die Performance der fuer uns neu entdeckten Sportart ausgiebig zu testen, waehlen wir an einer Kreuzung den Iron Man Trail. Hier bekommen wir schnell mit, welch guten Halt die Schuhe an vereisten Haengen bieten. Ein unheimlicher Spass. Zwischen Schneefall und Sonnenschein wandern wir so knapp 4 Kilometer und geniessen die Ruhe, da wir im Iron Man Gebiet nun wirklich allein sind. Bei der hohen Beanspruchung schneidet sich allerdings die Bindung in das zaehe Leder kanadischer Springerstiefel und uebertraegt den Druck gleich schmerzhaft auf meinen Fuss. Notduerftig federe ich die Stellen mit Baumrinde ab und so stelle ich zum ersten Mal die Art der Bindung in Frage. Das sollten wir uns beim naechsten Mal oder gar dem Erwerb der Schuhe genauer ansehen, vermutlich haben die Verleiher eher die periswerteren und einfacheren Varianten. Kann man doch fuer ein Paar Schneeschuhe bis zu 600 Dollar ausgeben… Zurueck am Ausgangspunkt ruhen wir uns kurz an der Feuerstelle vor der Huette aus und geniessen den nahenden Sonnenuntergang. Das ist die erste Erfahrung mit kanadischen Wintersportmoeglichkeiten, die wohlwollend in unser Repertoire der Freizeitgestaltung aufgenommen wird.

Erkenntnis des Tages: Auf die Bindung kommt es an!

Slideshow zum Bericht auf der picture site

Hinterlasse eine Antwort