Und ein weiteres heisses Sommerwochenende steht an. Dieses Mal mit Feiertag und weiteren musikalischen sowie feierlichen Veranstaltungen. Wir entscheiden uns fuer das karibische Fest am uns nahe gelegenen Strand Boulevard. Da unser Wohnort ja mitten im karibischen Viertel liegt, startete die Party also direkt dort. Ob aus riesigen Boxen, kleineren Ghettoquaeken oder einfach den offenen Heckklappen – karibische Klaenge zwischen Techno und Rap durchdringen die gefuellten Strassen. BBQs auf den Wiesen, in den Vorgaerten oder auf den Balkonen. Jamaika-Fahnen, die einzigen, die ich aus der Gegend identifizieren kann, ueber Motorhauben gespannt oder wehend in Kinderhaenden. Am Strand angekommen und eine Bruecke erklommen, wird erstmal das Ausmass dieses Festes klar: Massen bis zum Horizont. Auf allen Seiten. Und was eine Partystimmung. Also probieren wir Kokonusswasser, Maiskolben und manch andere kulinarische Leckereien. Einen Bierstand sucht man vergebens, diese Provinz scheint dem Alkohol nicht so offen gegenueber zu stehen… Eine bunt geschmueckte Parade karibischer Eindruecke zieht an uns vorueber. Und immer wieder mit Musik und Tanz, sei es von Kapellen oder Konserven. Bis in den spaeten Abend ist dieser Teil von Toronto im Rausch der Karibik. Gefaellt mir.
Das fuer mich eindrucksvollste Ereignis folgt aber am Schluss: auf dem Weg nach Hause passiere ich mehrere, die Veranstaltung begleitende Ordnungshueter. Einer mir oertlich nahe stehenden Polizisten sieht mich an und: gruesst mich. Einfach so. ‘Hey guys how are you?’ Ich bin sprachlos. Mich hat noch niemals ein Polizist freundlich gegruesst, ohne dass er etwas von mir wollte. Und das auch noch mit anarchistischem Shirt (also ich, nicht der Polizist). Mal sehen, wie die Jungs im Winter so drauf sind, der Sommer gefaellt mir hier jedenfalls.
